Mittwoch, 8. Oktober 2014

the beginning of something new - 13


Samstags um 14 Uhr werde ich panisch. 
Um 15 Uhr treffe ich dich. Was soll ich nur anziehen? Ich schaue meinen Kleiderschrank durch und finde nichts. Schnell schreibe ich Sabrina: „SOS. Brauche Hilfe in Kleiderberatung.“
Da sie nicht weit weg von mir wohnt, kommt sie innerhalb von zehn Minuten und eilt in mein Zimmer. Sofort fängt sie an zu überlegen.
„Also,du brauchst etwas, das aussagt, wir sind Freunde.“
„Und was soll das bitte sein?“ frage ich verzweifelt.
„Hm. Etwas cooles. Etwas Hübsches, das deine weibliche Seite betont. Die soll er nicht vergessen.“
Fast mein ganzer Kleiderschrank liegt schon auf dem Boden. Sie kramt in meinen Sachen herum und zieht immer wieder etwas heraus. Nach ein paar Minuten scheint sie fündig geworden zu sein.
„Hier probier das mal an. Eine enge jeans, lässig aber cool. Und ein weißer dünner Pulli mit buntem Schal - schick. Dazu deine schwarze Lederjacke. So total normal und echt cool. Wie findest du es?“ fragt sie mich.
Ich betrachte die Teile, die Sabrina in der Hand hält.
„Ach ich weiß nicht."
Sie hört mir schon gar nicht mehr richtig zu.
„Los,Esther. Du ziehst es an. Ich mach dein skype an um nach einer Zweitmeinung zu fragen.“
„Okay, okay“, gebe ich mich geschlagen und ziehe mich um.

„Also ich finde das ist doch super. Cool, schick und voll normal“, kommt von dem Bild auf meinem Laptop. Sabrina fragte Jule nach ihre Meinung zu meinem Outfit.
„Gut. Ihr habt mich überstimmt. Ich muss mich mal beeilen, sonst komme ich noch zu spät.“, drängele ich die beiden. Schnell packe ich meine Tasche, in der sich das Wichtigste befindet und verlasse mit Sabrina mein Haus. An einer Kreuzung trennt sich unser gemeinsamer Weg. Ab hier muss ich alleine weiter. 

Ich nehme den Bus zum großen Brunnen, an dem ich dicht treffe. Pünktlich um drei Uhr komme ich an. Meine Augen suchen zwischen den Menschen nach dir. Als der Bus wegfährt, entdecke ich dich auf der anderen Straßenseite. Nachdem du die Straße überquerst, finde ich mich in deiner Umarmung wieder.
„Hey, schön dich wieder zu sehen“ begrüßt du mich.
„Hast du schon lange gewartet?“
„Nein, nein. Keine Sorge. Mein Bus kam auch eben erst. Wie geht es dir?“ fängst du unsere Unterhaltung an.
„Mir gehts gut. Ich bin wirklich froh, dass jetzt Wochenende ist. Diese Schulwoche hat sich so in die Länge gezogen.“
„Oh ja, ich weiß nur zu gut, was du meinst. Das geht mir auch oft genug so. Also, was wollen wir machen?“
„Hm, weiß nicht.“, zögere ich.
„Wie wäre es, wenn wir zu Starbucks gehen?“, schlägst du vor.
Ich bin damit einverstanden, mir fällt auch nichts besseres ein. Kurz darauf treten wir durch die Tür des Ladens, bestellen etwas und setzen uns hin. 

Sonntag, 5. Oktober 2014

the beginning of something new - 12



So langsam normalisierte sich mein Leben wieder. Morgens stehe ich auf, gehe in die Schule, komme mittags heim oder gehe mit Freunden noch in die Stadt und abends gehe ich schlafen.
Tag für Tag.
Und Tag für Tag schreiben wir. Morgens fragst du mich, wie ich geschlafen habe. Abends wünschst du mir eine gute Nacht. An manchen Tagen haben wir uns mehr zu erzählen, an anderen Tagen eher weniger. Trotzdem erfahre ich genug über dich.
Du findest Schule anstrengend, wie ich. Oft kommt es vor, dass du total unmotiviert bist. Weißt du was, das geht jedem mal so. Du unternimmst viel mit deinen Freunden, verbringst fast jeden Tag mit ihnen. Du bist nicht gerne alleine, was sich wohl nicht geändert hat. Genauso ging es dir früher. Ich kann mich erinnern, wie ich als Kind oft bei dir übernachtet habe. Tagsüber als wir die Welt entdeckten warst du mein mutiger Held. Aber abends, als es dunkel wurde, lagen wir beide eng beieinander, damit wir besser schlafen konnten. Wir fühlten uns zu zweit eben stärker als alleine.
Nun hast du deine Freunde, die dir Kraft geben. Ich habe meine. Aber glaubst du nicht an die eine Person, die für dich da ist, in allen Zeiten und die dir Kraft gibt? Nenn mich altmodisch oder naiv. Ich bin davon überzeugt,dass es diese Person gibt.

Nach einem Monat haben wir also den Freundschaftsstatus erreicht. Leider haben wir uns seit dem Tag im Park nicht mehr gesehen. Ich wünsche mir, dich wieder zu sehen. Jetzt, wo ich schon mehr über dich weiß ,wie stehst du mir gegenüber? Werde ich dich anders sehen?
Du schlägst vor, dich in der Stadt zu treffen. Nur, was sollen wir machen? „Das entscheiden wir spontan“, schreibst du mir.

Endlich ist es soweit, am morgigen Samstag werden wir uns wiedersehen. Innerlich spüre ich eine Freude und etwas Aufregung. Was ist, wenn es blöd wird? Ständig mache ich mir Gedanken und bin in der Schule wieder mal  abwesend. Meine Freundinnen merken natürlich gleich, dass ich unaufmerksam bin. Als ich ihnen erkläre, dass ich dich morgen treffe, schauen sie mich grinsend an.
„Was ist denn?“, frage ich sie verwirrt.
„Du freust dich ja richtig.“, antwortet Sabrina. Etwas in ihrer Stimme schwingt mit, dass sie damit mehr meint als sie sagt.
„Wir haben uns ja schon länger nicht mehr gesehen“, weiche ich aus.
„Aha.“Jule zieht eine Augenbraue hoch und schaut skeptisch. Sie denken beide wirklich, dass hinter meiner Freude noch etwas anderes steckt.
„Wir sind doch nur Freunde. Tut nicht so. Kann man nichtmal mit einem Jungen befreundet sein ohne Hintergedanken? Außerdem ist das doch absurd. Ich kenne Henry schon so lange“, versichere ich ihnen. Dabei spreche ich die Wahrheit. Endlich sind wir wieder Freunde, das gefällt mir einfach.
„Ist ja schon gut. Wir sagen ja nichts.“ erwiedert Sabrina. Nein, aber sie haben es gedacht. Das reicht schon. Mir war klar, dass das irgendwann zur Sprache kommt.
„Es ist schön, wenn man alte Freundschaften auffrischt.“
„Ja“,  antworte ich knapp, weil ich nicht weiter darauf eingehen will. Damit ist dieses Thema erledigt und wir reden von etwas Anderem.



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Der Teil erscheint erst heute, weil mein Computer gestern leider hing. Aber endlich hat es geklappt und ihr könnt weiter lesen. Danke für eure Geduld :)

Freitag, 3. Oktober 2014

Zeit für eine Veränderung



Meine Lieben,

endlich melde ich mich nach langer Zeit wieder. Es ist so viel passiert bei mir, ich weiß gar nicht, ob ich euch alles erzählen kann.
Jedenfalls gab es einen Zeitpunkt, an dem ich wusste, dass es so nicht weiter gehen kann. Irgendwie war ich nicht mehr zufrieden. Ich hatte den Drang nach Veränderungen. Ab jetzt nehme ich mir vor, mich zu ändern. Ich will mehr ich selbst sein.
Außerdem wollte ich auch hier auf meinem Blog etwas verändern. Die Motivation fehlte mir irgendwie, etwas zu posten. Falls es euch schon aufgefallen ist, habe ich das Design verändert. 
Dazu natürlich einen fetten Dankes-Knutscher an meine beste Freundin. Sie ist die Allerbeste! Ohne sie, wäre die Veränderung nicht möglich gewesen. Dieses neue Design soll einfach mehr zu mir passen. Das Vorherige wurde mir zu mädchenhaft. Ich hoffe, es gefällt euch genauso sehr wie mir :).

Ansonsten muss ich euch noch etwas beichten. Da ich mehr ich selbst sein will, sollte ich meinen richtigen Namen verwenden. Thekla ist nämlich nicht mein richtiger Name. Ich heiße Lea. Als ich damals mit meinem Blog anfing, fand ich den Namen Thekla so schön und einzigartig. Leas gibt es so viele. Mittlerweile finde ich aber auch diesen Namen schön. Und selbst wenn es so viele andere gibt, mich gibt es nur einmal :).
Ich hoffe, ihr könnt mir deswegen verzeihen. Ich fühlte mich damals auch nicht so sicher im Internet. Außerdem fande ich den Gedanken peinlich, jemand den ich kenne ließt diesen Blog und findet das alles blöd. Da ich aber lerne mehr zu mir selbst zu stehen, muss es mir nicht mehr peinlich sein. Es wird immer Leute geben, die etwas gegen dich haben. So wie es genug Leute geben wird, gegen die du etwas hast.

Zum Schluss will ich nur noch sagen, ich hoffe, ihr verzeiht mir und folgt mir trotzdem weiterhin. Ich denke, ihr seid genauso gespannt wie ich, was das Neue bringt. Ab jetzt gehe ich auch wieder mit mehr Motivation und Freude ans Schreiben dran :)
Und natürlich gibt es gleich morgen den nächsten Teil zu meiner Story "the beginning of something new", der schon sehnlichst erwartet wird. Dazu will ich mich auch noch kurz über die lieben Kommentare bedanken. Ihr gebt mir Mut, zu mir selbst zu stehen und so weiter zu machen.

Liebe Grüße eure Lea :*

Montag, 7. Juli 2014

the beginning of something new - 11


http://weheartit.com/entry/82841286

Im März ist im Park noch nicht so viel los. Außer ein paar Jogger und Herrchen mit ihren Hunden ist niemand zu sehen. Wir gehen ein wenig duch den Park, bis wir eine freie Parkbank entdecken und uns hinsetzen.
„Also, ich finde, ich habe jetzt genug geredet. Erzähl du doch auch mal was.“
„Ich weiß aber nicht was“, versuche ich deine Aufforderung abzuweisen.
„So schweigsam heute? Früher hast du doch immer so viel geredet wie ein Wasserfall. Du hattest immer etwas zu erzählen, egal was.“
„Tja, Zeiten ändern sich. Außerdem war früher etwas anderes.“
„Aber wieso das denn? Du bist immer noch du, und ich bin ich“, sagt er verwirrt.
Ach ja, bist du das wirklich, frage ich mich. Wie sage ich das nur?
„Naja, wir haben uns verändert.“
„Ja und? Hey, Mausi, ich dachte wir sind jetzt wieder Freunde? Und Freunde erzählen sich doch alles“, du blickst mir tief in die Augen. Dein Ausdruck ist weich und zugleich ernst.
„Ich habe gesagt, wir können es versuchen. Ich weiß nicht, ob wir immer noch die selben sind. Ich kenne zwar den fünfjährigen kleinen Racker. Aber ich weiß nichts, über den 17-Jährigen fast erwachsenen Henry. Ich habe das Gefühl, ich kenne dich nicht. Du bist so fremd und doch so bekannt. Ich weiß selbst nicht so genau...“
„Hm, naja. Wenn das so ist, dann lern den 17-Jährigen fast erwachsenen Henry doch einfach kennen. Gib ihm eine Chance, ich bin mir sicher, du wirst ihn genauso mögen, wie den kleinen Racker.“ Dabei siehst du mir tief in die Augen und lächelst mich so ehrlich an. Wie kann ich da wiederstehen.
„Okay, okay. Du hast ja Recht“, gebe ich nach.
„Also, was willst du wissen?“, startest du gleich.
„Was sind deine Hobbys?“, frage ich, weil ich nicht weiß, was ich sonst fragen soll.
„Doch so einfallsreich.“, erwiedert er ironisch „also da wäre zum einen mich mit Freunden treffen, Fußball spielen.

„Klavierspielen hast du vergessen.“, schießt es aus mir raus.
„Hmh, ja stimmt. Klavier spiele ich auch gerne“, dein Blick fällt auf den Boden. Dann schaust du in die Ferne und ich spüre, wie du dich von mir entfernst.
„Was ist los?“, frage ich verwirrt.
Nach einem kurzen Zögern antwortest du mir.
„Tut mir Leid, ist eine blöde Angewohnheit von mir. Klavier spielen zähle ich nicht immer als erstes auf. Das klingt nicht so cool.“, schon ist dieser kurze Moment wieder verflogen und du setzt ein Lächeln auf. Allerdings sieht es etwas gequält aus.
„Aber bei den Mädels kommt das doch bestimmt gut an. Das ist doch voll sexy, wenn ein Mann Klavier spielen kann“, ein kleiner Versuch meinerseits die lockere Stimmung wieder herzustellen.
„Hm, weiß nicht. Habe ich noch nicht ausprobiert. Weißt du, meine Freunde und ich haben eine andere Masche.“
„Ach ja. Die Badboy-Masche. Das habe ich schon bemerkt.“, rutscht es mir mit einem bitteren Unterton heraus. Auf deine Freunde bin ich einfach noch nicht gut zu sprechen.

 Du schaust auf und forschst in meinem Gesicht nach einer Regung. Ich halte deinem Blick stand. Ich bereue es gesagt zu haben, die lockere Stimmung ist endgültig verflogen und eine kühle Mauer macht sich zwischen uns breit.
„Es tut mir Leid, Esther. Ich hoffe, dass das nicht immer zwischen uns steht. Meine Freunde sind echt okay. Du hast sie nur im falschen Moment erwischt.“
„Das habe ich wohl. Es tut mir auch Leid. Es war nicht meine Absicht, das zu sagen“, bringe ich heraus, um keinen Streit anzufangen. Wobei ich der Meinung bin, dass es eine lange Zeit dauert um mich umzustimmen, was deine Freunde angeht. Wenn ich es überhaupt schaffe, den Vorfall zu vergessen.


Die Stimmung ist auf einmal etwas angespannt. Plötzlich achten wir darauf was genau wir sagen, aus Angst, etwas Falsches zu sagen. So wählen wir oberflächliche Themen, wie z.B. die Schule. 

Die Zeit geht schnell vorbei. Schon machen wir uns wieder auf den Heimweg. Während wir laufen, breitet sich eine Stille zwischen uns aus. Irgendwie haben wir uns nichts mehr zu sagen für heute. Wobei ich diese Stille nichtmal unangenehm finde. So habe ich Zeit meinen Gedanken nachzuhängen. Wir kommen bei mir zu Hause an, wo wir schon erwartet werden. Das nenne ich gutes Timing, sie wollten jetzt losfahren und haben nur noch auf uns gewartet. An der Tür stehen wir uns gegenüber. Das kurze Zögern wirft die unausgesprochene Frage in den Raum, wie wir uns verabschieden. Dann umarmst du mich so selbstverständlich und gehst. 
Ein Blick auf mein Handy verrät mir, dass meine Freundinnen neugierig sind. Ich werde wohl nochmal mit ihnen skypen.

Sonntag, 6. Juli 2014

lazy Sunday

Hey ihr Lieben,
ich habe mich schon lange nicht mehr gemeldet. Bei mir ist momentan einfach zu viel los. Und in der freien Zeit kann ich mich nicht dazu bewegen, zu schreiben und zu posten.
Heute melde ich mich mal kurz und informiere euch, wie es bei mir gerade so aussieht.

Wie geht es mir heute?Soweit ganz gut :)
Habe mich vom Stress der letzten Woche erholt. Außerdem geht es mir schon besser, ich hatte nämlich leider eine Erkältung.

Was mache ich gerade?
Musik hören. Ich probiere immer gerne Neues aus. 

Also falls ihr Musikvorschläge habt, ich höre es mir gerne mal an :)

Was höre ich gerade?
Last Resort von Papa Roach

Was trage ich gerade?
ein bequemes Top und kurze Hosen, bei dem tollen Wetter will ich am Liebsten die ganze Zeit draußen sitzen :)

Was denke ich gerade?
Das ist ein echt cooles Lied :D

Was esse ich gerade?
Gummibärchen :)

Was steht heute sonst noch an?
habe zum Glück schon Hausaufgaben gemacht, wobei es nicht viele waren. Ich habe nur noch die nächste Woche Schule. Danach habe ich 2 Wochen Praktikum. Und danach stehen endlich die Sommerferien an, in denen ich mit meinen Freundinnen nach Italien fahre :)

Was hat mich heute gefreut?
das super tolle Wetter

Was hat mich heute geärgert?
der Staub in meinem Zimmer, den ich endlich mal wegsaugte :D


Bis nächstens, eure Thekla :)

Mittwoch, 4. Juni 2014

the beginning of something new - 10


 http://weheartit.com/entry/119386035/explore?context_user=Nativelifeee

Jetzt war ich an der Reihe etwas zu sagen. Auch wenn du sehr lange geredet hast, hoffe ich inständig, dass du noch nicht fertig bist. Du sollst weiterreden. Es ist mir sogar egal, was du sagst. Hauptsache ich muss meine eingerostete Stimme nicht benutzen. Doch du schaust mich nur an und wartest auf meine Reaktion. Ich schließe kurz meine Augen, konzentriere mich auf meinen Atem und öffne meine Augen wieder. Gleichzeitig öffne ich meinen Mund und heraus kommt ein leises gekrächztes „Ja“
„Was ja?“ fragst du verwirrt. Ich räuspere mich und versuche es nochmal.
„Ja. Ich verzeihe dir. Und ja ich gebe dir eine zweite Chance. Ich weiß nicht, ob wir wieder befreundet sein können. Aber wir können es ausprobieren.“
Schon breitet sich wieder dieses Grinsen auf deinem Gesicht aus. Überschwänglich beugst du dich zu mir und umarmst mich. Ich genieße deine Berührung und deinen Duft. Ich bin froh. Froh, dass wir uns ausgesprochen haben und ich mich nicht länger davor drücken muss.
Ein Schweigen tritt auf, in dem wir beide unseren eigenen Gedanken nachhängen.

„Was machen wir jetzt? Wie lange bleibst du denn?“, frage ich in die Stille herein.
„Um sechs Uhr wollte meine Mutter kommen und Viola und mich abholen. Das heißt, wir haben noch circa zwei Stunden zur Verfügung.“
„Okay. Und was sollen wir in dieser Zeit machen? Hast du eine Idee?“
„Lass mich überlegen. In der Nähe gibt es doch bestimmt einen Park. Lass uns dort hingehen, heute scheint wenigstens die Sonne.“
„Gute Idee, wir müssen von hier nur zwanzig Minuten laufen.“
Während dem Laufen entsteht eine unangenehme Stille, weil niemand weiß, was er genau sagen soll. Als du dann aber anfängst zu reden, kannst du gar nicht mehr aufhören. Ich merke, wie eine Anspannung von dir abfällt und du viel gelassener durch die Straßen gehst.
„Esther, du weißt gar nicht, wie froh ich gerade bin, das geklärt zu haben. Das Problem hat mich tagelang beschäftigt.“
„Tut mir Leid.“
„Was tut dir Leid?“
„Na, dass ich dir nicht geantwortet habe.“
„Ach quatsch, ist schon in Ordnung. Ich kann dich ja verstehen. Ich glaube, ich hätte an deiner Stelle auch nicht geantwortet. Ich wusste nur nicht, wie ich dich ereichen soll. Die Idee, dich zu überraschen, kam mir auch eher spontan. Gut, vielleicht hatte ich sie schon länger. Aber ich habe mich nunmal nicht getraut. So, jetzt kennst du die Wahrheit.“
Ich bin erstaunt, wie leicht jedes dieser Worte dir von den Lippen gleitet. Das lässt mich an früher erinnern. Wir waren fünf, als wir zusammen mit unseren Müttern in den Zoo gingen. Auf der kurzen Fahrt dorthin hast du die ganze Zeit geredet und zwar ziemlich schnell. Du warst so aufgeregt. Schließlich gingen wir zum ersten Mal in den Zoo. Es erwartete uns etwas Neues. Und wir erlebten diesen Augenblick zusammen. Am Eingang vom Zoo nahmst du meine Hand in deine und bist losgerannt. Du hast dich ins Abenteuer gestürzt ohne irgendwelche Sorgen.
Diesen kleinen Jungen erkenne ich in diesem Moment in dir wieder. Es gibt also noch das Kind in uns, es muss nur manchmal wieder geweckt werden. Du siehst so sorglos aus, dass es mir ein Lächeln entlockt. Diesen Jungen mag ich, dieser Junge ist mein Freund. Und hoffentlich, wird dieser Junge wieder mein Freund werden. Denn erst jetzt wird mir klar, dass ich genau ihn vermisst habe. Ich wusste nicht, dass mir etwas fehlt, bis jetzt. Deshalb bin ich froh, dass wir zusammen, nebeneinander in den Park laufen und ein lockeres Gespräch führen können.

Sonntag, 1. Juni 2014

the beginning of something new - 9




Von einem Klopfen werde ich geweckt.. Der Kopf meiner Mutter taucht zwischen meiner Tür hervor.
„Na Esther. Du hast jetzt genug geschlafen. Wach mal wieder auf. Unten im Wohnzimmer wartet Besuch auf dich.“
„Hm...Oh ist es schon vier Uhr?“ murmel ich ihr zu.
„Nein. Es ist jetzt drei Uhr. Ich dachte, du solltest lieber aufstehen bevor ich ihn in dein Zimmer schicke."
Warte. Wie war das? Ich bin plötzlich hellwach.
„Ihn?“ frage ich verdutzt.
„Ja. Überraschenderweise ist Henry hier. Er ist eben mit seiner Schwester angekommen. Er wollte dich mal wieder sehen.“
Mit offenem Mund starre ich meine Mutter an. Was hat sie da gesagt?
Henry

wartet
unten?
Du stehst da unten während ich friedlich schlafe?
„Lass ihn lieber nicht zu lange warten.“, schon ist sie aus der Tür raus.
Ich starre vor mich hin, unfähig auch nur einen Muskel zu bewegen. Dann geht alles ganz schnell. Ich ziehe mir meine Sachen über und mache mich im Bad schnell frisch. Meine rechte Wange ist rot, weil ich auf ihr drauf lag. Man sieht noch den Kissenabdruck. Leider kann ich es nicht überschminken. Ganz schnell schreibe ich noch in whatsapp “Mädels, kommt bloß nicht her. Henry ist hier“ und renne auch schon die Treppen hinunter. Unglücklicherweise bin ich zu schnell, habe nur Socken an und das Holz ist glatt. Das ist doch eine gute Voraussetzung um die letzten Treppenstufen hintunterzurutschen und voll auf dem Po zu landen. Mit einem “Plumps“ lande ich auf dem Boden und fluche leise. Zu spät. Da kommt schon ein braunhaariger Haarschopf langsam um die Ecke. Du schaust mich an und grinst. Es ist dieses wundervolle Grinsen, das meine Knie weich werden lässt. Ein Glück, dass ich gerade sitze. Das erste, was du zu mir sagst ist: „Wir begegnen uns ja auch nur auf dem Boden.“ Doch ich bin zu beschämt um irgendwie zu reagieren. Du streckst mir deine Hand hin und hilfst mir hoch. Einen Moment länger hälst du meine Hand noch und raunst mir ein „Hey“  zu. Wir stehen uns so nahe, dass ich deinen Atem spüren kann. Dann ist der Augenblick wieder vergangen. Du gehst einen Schritt zurück und hebst deine Hand an deinen Hals. Diese Geste zeigt, wie unsicher du gerade bist. Auch wenn du nicht so aussiehst.
Du räusperst dich und sagst: „Überraschung. Tja, hier bin ich.“
Ich antworte mit einem „Hallo“. Keine Ahnung, was ich darauf sagen soll.
„Wollen wir uns setzen?“ frage ich unsicher und zeige auf das Sofa im Wohnzimmer. Du nickst und wir gehen durch den Türrahmen, der Flur und Wohnzimmer voneinander trennen. Auf das Sofa setzen wir uns nebeneinander. Darauf bedacht, dass genug Platz zwischen uns ist und wir nicht in die Privatsphäre des jeweiligen anderen eindringen. Schweigend sitzen wir da, beide unfähig irgendetwas zu sagen. Ich knete meine Hände und werde nervös. Wenn nicht bald jemand redet, springe ich auf und fliehe von hier. Doch was sollte ich sagen? Du bist doch hergekommen. Kurz darauf, brichst du endlich die Stille.
„Ehm. Ja. Also wie soll ich anfangen? Weißt du, ich bin hergekommen, weil ich dachte, hier kannst du mir nicht ausweichen.“ Ich höre dir aufmerksam zu, weil ich gespannt darauf warte, was du zu sagen hast.
„Meine Anrufe hast du ja nie entgegengenommen. Aber Esther, das ist mir wirklich wichtig. Du bist mir wichtig.“ Wow. Diese Worte lassen eine Wärme in mir aufsteigen. Ob er sich das vorher alles ausgedacht hat?
„Erinnerst du dich noch an die Zeit, in der wir kleine Kinder waren? Es war alles so einfach. Wir konnten alles sein, in unserer Welt. Aber, aber so ist das nicht mehr. Wir sind älter geworden. Andere Sachen sind wichtig geworden. Wir haben uns auseinandergelebt. Nach unserem ersten Wiedertreffen auf dem Geburtstag meines Vaters wusste ich, ich will dich wieder sehen. Ich erinnerte mich an unsere Kindheit und ich wusste, ich will meine Freundin wieder haben. Meine Freundin mit der ich immer Spaß habe, mit der ich über alles reden kann und die alles über mich weiß. Denn Freunde sind mir wichtig. Und deshalb tut es mir unendlich Leid, wie wir uns das zweite Mal getroffen haben. Es tut mir Leid, wie abweisend ich war. Es tut mir Leid, wie du meine Freunde kennengelernt hast. Und deshalb bitte ich dich um eine zweite Chance. Gib mir und meinen Freunden eine zweite Chance. Und bitte, gib uns beiden eine Chance. Denkst du, wir können wieder befreundet sein? Überlege es dir gut.“
Du atmest einmal tief ein und wieder aus.
„Ich bin froh, dass das jetzt gesagt ist.“

Sonntag, 25. Mai 2014

happy

Ihr Lieben,

es tut mir Leid, dass ich mich schon so lange nicht mehr gemeldet habe.
Es ist einfach so, dass ich zurzeit nicht mehr viel am Computer bin. Ich habe so viel anderes zu tun. Selbst die Schule ist in den Hintergrund gerückt. Gut, ich lerne noch genug. Aber wenn ich gerade nicht lerne, bin ich immer unterwegs. 

Irgendwie hat sich eine neue Clique gebildet. Mit den Leuten, mit denen ich im Kindergarten war, mache ich jetzt wieder viel mehr. Jeden Freitagabend treffen wir uns und trinken auch mal was. Wir gehen dann immer in den Jugendraum bei uns. Da gibt es eine Dartscheibe, einen Tischkicker, einen Fernseher und Musikboxen. So haben wir immer was zu tun. Lustigerweise bin ich und noch eine Freundin die einzigen Mädchen, andere hatten irgendwie keine Lust dazu, weil sie anderes zu tun haben. Trotzdem ist es eine tolle Gruppe. Wir verstehen uns alle super und haben immer viel Spaß! :D
Manchmal unternehmen wir Samstags auch was zusammen, wenn jemand Zeit hat. Es ist eindeutig besser als zu Hause rumzusitzen und alleine Filme schauen. Wie lange ich schon kein Fernseh mehr geschaut habe...gut, bis auf die zwei Serien „Hart of Dixie“ und „How I met your Mother“, die wöchentlich kommen.

Tja, da ich aber auch noch meine anderen Freunde habe, unternehme ich mit denen auch genug. Zurzeit habe ich einfach das Gefühl, dass mein Leben wirklich im Vordergrund steht. Das finde ich mega toll. Denn ich bin glücklich! Ich befinde mich gerade in der besten Zeit meines bisherigen Lebens :D. Die Schule vernachlässige ich trotzdem nicht. Obwohl ich öfter mal keine Lust auf Hausaufgaben habe :D. Aber ich will ja mein Abi schaffen! Und irgendwie schaffe ich das alles auch.
Hinzu kam, dass ich diese Woche auch noch Geburtstag hatte und natürlich gefeiert habe. Es war echt ein wundervoller Geburtstag! :)

Also, ihr merkt es vielleicht. Ich bin wirklich beschäftigt und weiß deshalb nicht, wie regelmäßig ich schreiben kann. Denn mein Leben ist mir gerade wichtiger als mein Computer. Deshalb verzeiht mir, wenn ich mich mal nicht melde. Und ja, es tut mir Leid. Aber die Geschichte braucht auch Zeit. Ich müsste mich mal wieder dransetzen und ich versuche es auch. Aber wie schon gesagt, klappt das nicht immer so.
Bis nächstens Thekla*


Mittwoch, 30. April 2014

the beginning of something new - 8


Nach einer Viertelstunde steigen wir aus und kommen an der Schule an. Dort begrüßt Jule uns stürmisch. Sie schaut mich auffordernd an und fragt:„ Und?“
Verwirrt frage ich zurück: „Was und?“
„Ach, jetzt tu nicht so Esther. Ich will alles wissen. Los erzähl!“
Ich starre sie an. Was meint sie nur?
„Spann uns nicht auf die Folter meine Liebe. Fang an!“, drängt sie mich.
„Jule, tut mir leid. Ich weiß wirklich nicht, wovon du redest.“
„Siehst du, ich hab es dir gesagt. Wer hatte Recht? Sie hat es nicht getan.“ schaltet sich Sabrina in unser Gespräch mit ein.
„Was habe ich nicht getan? Klärt mich endlich mal jemand auf?“, frage ich mit Nachdruck.
Jule, die mich jetzt enttäuscht anschaut, antwortet:„Du hast dein Versprechen nicht gehalten. Du hast Henry nicht zurückgerufen oder?“ Ach, darum geht es. Endlich weiß ich Bescheid. Mit einem Blick auf meine Freundinnen wäre ich lieber ahnungslos geblieben. Jule schaut betrübt zum Boden. Sabrina hingegen schaut mich mit diesem Blick an, bei dem mein Instinkt mir befiehlt wegzulaufen. Ich will nicht darüber reden. Lieber schiebe ich es vor mir her. Zu meinem Glück klingelt es in diesem Moment und ich laufe schweigend zu unserem Klassenraum. Hinter mir her trotten meine Freundinnen.
Nach zwei Stunden fühlt sich mein Kopf an, als müsste er gleich platzen. Eben hatten wir Geschichte. Unser Lehrer redet leider immer so viel. Wenn man ihn was fragt, beantwortet er die Frage, indem er eine halbe Stunde lang darüber redet. Er ist ziemlich leicht abzulenken. Froh bin ich, als ich dann hinaus an die frische Luft komme. Der kühle beißende Wind stört mich heute nicht. Er erfrischt mich und sorgt dafür, dass ich nicht im Stehen einschlafe. Meine ersehnte Ruhe kann ich allerdings vergessen. Jule und Sabrina nehmen unverzüglich das Gespräch von heute Morgen auf.
„Esther. Ich bin sichtlich enttäuscht von dir. Seit wann lügt man seine besten Freundinnen an?“, beginnt Jule.
„Das war ja nicht richtig gelogen. Ich hatte die Finger hinter meinem Rücken überkreuzt.“ -beide rollen mit den Augen- „Was hätte ich denn tun sollen? Ihr hättet mich nie in Ruhe gelassen. Das Thema ist mir irgendwie unangenehm. Gestern Abend habe ich mir noch lange Gedanken darüber gemacht. Ihr habt ja Recht. Ich sollte ihn anrufen. Aber um zehn Uhr fande ich es zu spät. Also verschob ich es auf heute. Aber seit ich aufgestanden bin, fürchte ich mich davor. Ich weiß nicht, ob ich wirklich so viel Mut habe ihn anzurufen.", gestehe ich ihnen meine Zweifel.
Eine kurze Pause entsteht.
Dann bricht Jule das Schweigen: „Gut. Wir verzeihen dir. Und wir verstehen auch, dass das für dich schwierig ist. Aber was ist schon dabei? Ich werde kein Nein akzeptieren. Deine mentale Unterstützung kommt heute um vier Uhr zu dir heim. Zu dritt schaffen wir das.“
Schnell gebe ich nach. Wenn Jule sich was in den Kopf gesetzt hat, dann macht sie das auch. Niemand kann sie davon abhalten.

Der restliche Schultag geht zäh vorbei. Die Stunden ziehen sich nur dahin und ich versuche ständig meine Augen offen zu halten. Die Schulklingel nach ein Uhr ist wie eine Erlösung für mich. Zuerst verabschiede ich mich von Jule vor der Schule. In der Straßenbahn begegne ich meiner Schwester. An der einen Straßenecke verabschiede ich mich von Sabrina und gehe zusammen mit Anne nach Hause. Unsere Mutter ist schon am Kochen. Als meine Augen schließlich über dem leeren Nudelteller zufallen, empfiehlt meine Mutter mir, mich nocheinmal kurz hinzulegen.
Diesen Rat nehme ich nur zu gerne an und befolge ihn ohne weiteres.

Dienstag, 29. April 2014

the beginning of something new - 7







Als ich im Bett liege, halte ich mein Handy in der Hand und überlege noch mal, über was wir heute geredet haben. Meine Freundinnen haben Recht, vielleicht sollte ich es riskieren. Ich gehe auf mein Telefonbuch und starre deine Nummer an. Nur um dann alles wieder schnell zu schließen und mein Handy zur Seite zu legen. Das mache ich bestimmt fünf Mal oder mehr. Irgendwann komme ich zu dem Entschluss, dass es schon zu spät ist. Heute melde ich mich nicht mehr. Aber gleich morgen Mittag mache ich es, wenn ich aus der Schule heimkomme.
Lange liege ich noch wach im Bett, meine Gedanken können sich nicht beruhigen. Ständig muss ich an dich denken. Nach einiger Zeit bin ich dann doch so müde, dass ich einschlafe.



Ein schrilles Piepsen reißt mich aus meinem traumlosen Schlaf hervor. Ich schrecke hoch und starre grimmig auf meinen Wecker. 6.30 Uhr, Zeit zum Aufstehen. Ich will aber nicht aufstehen. Murrend drehe ich mich nochmal um und merke nicht, wie schnell meine Augen wieder zufallen. Schon wieder schrecke ich hoch, als meine Schwester Anne in mein Zimmer stürmt.
„Esther. Loos, aufstehen. Du musst dich jetzt aber echt mal beeilen.“, unsanft rüttelt sie an mir.
Ich brumme nur unfreundlich vor mir her: „Lass mich in Ruhe. Ich will schlafen.“
„Gut, dann komm halt zu spät zur Schule. Es ist schon sieben Uhr. Du hast nur noch eine halbe Stunde Zeit. Das schaffst du eh nicht mehr. “
Als sie aus meinem Zimmer geht, öffne ich meine Augen. Mist, nur noch so wenig Zeit. Viel zu schnell ist die Nacht vorbei gegangen. Noch immer bin ich todmüde. Nur schwer steige ich aus meinem Bett. Schnell ziehe ich meinen Lieblingspulli und eine bequeme Jeans an und schlurfe ins Bad. Dort sehe ich die dunklen Ringe unter meinen Augen, die auf meinen kurzen, schlechten Schlaf hindeuten. Ich versuche sie zu überschminken. Als ich mit dem Ergebnis soweit zufrieden bin, gehe ich nach unten und werde von meiner Mutter überschwänglich begrüßt. „Guten Morgen, Schätzchen. Wie geht es dir? Hast du gut geschlafen“
Ich bekomme nur ein: „hm morgen“ raus und setze mich neben meine Schwester Anne, die gerade aufsteht, an den Küchentisch. Zwar steht eine Kleinigkeit zu essen vor mir auf dem Tisch, aber ich bekomme gerade nichts runter. Außerdem stelle ich fest, dass ich gleich los muss. Anne ist schon losgegangen. Sie ist immer so überpünktlich.

Also verabschiede ich mich, nehme meine Tasche und verlasse das Haus. Zwei Straßen weiter wartet Sabrina schon auf mich. Zusammen laufen wir um die Ecke zur Straßenbahnhaltestelle.
„Oh mann, ich wollte gerade losgehen. Wieso bist du so spät?“, empfängt sie mich.
„Frag nicht. Ich hatte fast gar keinen Schlaf. Bin todmüde und wollte einfach nicht aufstehen.“
Du arme. Wieso konntest du nicht schlafen?
Zu viele Gedanken in meinem Kopf. “
Ja, da kann man echt nichts machen. Wir sind ja noch pünktlich.“ Während sie das sagt, steigen wir in die Straßenbahn und ergattern uns zwei freie Plätze nebeneinander.