Samstag, 19. Januar 2013

G1-bei Sissi


>>Haha. Ich glaubs echt nicht. Du hast dich getraut jemanden anzusprechen. Und dann sowas peinliches...<<
Sissi. Typisch. Aus ernsten problematischen Situationen findet sie immer etwas zum lachen. Die Busfahrt war irgendwie noch vorbei gegangen. Nachdem Sissi die Story sofort gehört hatte, nahm sie mich in den Arm. Danach lachte sie los. Nun stehe ich mit verschränkten Armen und vorwurfsvollem Blick vor ihr. Ich kann nicht glauben, dass sie jetzt lacht.
Schon kommt mir der Gedanke, sie habe Recht. Es hört sich schon zum lachen komisch an. Tja, jetzt ist es vorbei. Der Gedanke bringt ein Lächeln auf mein Gesicht, das immer breiter wird. So landen wir mit Bauchkrämpfen auf ihrem Bett.
>>Also echt, Emma. Deinem Thema: Scheiß drauf, die seh ich eh nie wieder! Bleibst du wirklich treu.<<
>>Stimmt. Wobei du Leute immer mehrfach siehst. Zum Glück, warst du diesmal nicht dabei.<<
>>Haha, spielst du etwa eine bestimmte Situation an? Du Anspeilungs-Queen.<<

Natürlich spielte ich eine besondere Situation an. Vor zwei Jahren, als wir vierzehn Jahre alt waren, nahmen wir in den Sommerferien an einem Tenniscamp teil. Es war nur Vormittags, also kein echtes Camp, nur Kinderbeschäftigung. Gut war es schon, so machten wir Sport.
In Tennis muss ich gestehen, bin ich nicht gut. Meine Hand tat damals weh vom Spielen. Ich hatte einen sogenannten Tennisarm.
Aufjedenfall waren dort zwei Jungen im gleichen Alter, die gut aussahen.
In diesem Punkt waren wir uns einig, wir haben ungefähr den gleichen Jungs – Geschmack. Das Camp ging eine Woche lang. Am letzten Tag, wollten wir die Jungs irgendwie nicht vergessen und ich gab ihnen meine Handy-Nummer. Für diesen Plan ging eine halbe Nacht drauf.
Sissi nannte dies, meine Mutprobe. Jemanden meine Handy-Nummer zu geben. Eine wirklich peinliche Situation. Vorher redeten wir nur einmal mit ihnen. In die Hand gedrückt habe ich den kleinen Zettel nicht gerade, sondern eher auf die Sport-Tasche fallen lassen. Danach verabschiedeten wir uns und gingen heim. Gemeldet haben sie sich nie. Sissi sah einen von beiden, nach dem Sommer, dreimal. Den anderen hat sie längere Zeit danach gesehen. Beide schauten sich von einer Entfernung her an und er erinnerte sich, drehte sich zu seinen Kumpels um und lachte. Ich musste auch lachen, als sie dies erzählte. 
Das war aber auch eine peinliche Aktion. Ich habe wohl ein Talent für peinliche Situationen. Im Nachhinein kann man nur darüber lachen.
Ein andermal war sie auf einer Silberhochzeit und der Sohn des Hochzeitpaares lud zwei Freunde ein. Der eine von ihnen, war aus unserer Paralellklasse, wobei wir nicht viel mit ihm zu tun haben. 
Dann sah sie den Typen vom Eisverkauf, ihres Ortes, immer wieder. Als wir zusammen dort Eis essen gingen, war er leider nicht da.
Joa, das waren so grob, die witzigsten Situationen. Ihr Problem dabei ist, ich erinnere sie immer wieder gerne an soetwas und necke sie damit. Ich habe ja keine Halluzinationen. Man sieht nur das, was man will, heißt es, oder?!

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