Montag, 29. April 2013

G1-An der Bar


Nach ein paar Liedern brauche ich etwas zu trinken. An der Bar sehe ich schon die anderen sitzen. Sie bestellen gerade fünf Gläser Sekt und haben mich noch nicht entdeckt. Zu schnell bin ich ihnen erwischt. Sorgen machen sie sich aber nicht. Sie wissen wo ich bin.
>>Okay, die Drinks gehen auf mich!<< überrasche ich sie locker und grinsend.
>>Ach, unsere Tanz-Queen gesellt sich auch mal zu ihrer Freundin, die heute Geburtstag hat und will mit ihr feiern?!<< Lachen von B.
>>Oh, man. Emma wie machst du das nur? Du sahst so fantastisch aus. Ich will auch so tanzen können.<< Sissi sagt soetwas jedesmal, wenn ich tanze. Sie bewundert das echt. Ich antworte jedesmal: >>Ach, Sissi. Was soll das gewesen sein. Du musst nur die Musik und den Beat fühlen. Ganz einfach.<<
>>Also, ich verstehe es einfach nicht. Mit deinem Tanzstil hättest du eigentlich jedesmal einen Neuen. Oder du würdest mit jedem Flirten. Was ist bloß los?<< Danke, Julie, dass du immer so direkt bist und es mir unbedingt unter die Nase reibst. Es war klar, dass sie mit Neuen, Typen meint. Eins müsstet ihr vielleicht mittlerweile wissen: ich bin schüchtern, was Jungs ansprechen gilt und habe auch ein bisschen Angst. Ich kann nichts für meine Schüchternheit. Oder, doch. Also ich muss es ja selbst ändern, aber das ist wirklich schwer, denn was ist, wenn ich ein Korb bekäme? Das wäre ja voll peinlich. Hmm okay, während ich das hier so erzähle kommt mir das schon doof vor. Was sollte bei einem Korb schon passieren? Der Typ ist halt nicht interressiert. Und? Ist doch egal, dann beim Nächsten mal. Aber einfach gesagt ist alles, das dann durchzuziehen benötigt eine richtige Portion Mut.
>>Darf ich dich an deine Tanzpartner erinnern? Da warst du aufeinmal auch totaal schüchtern.<< Sie zuckt kurz zusammen.
Ich weiß, man sollte in alten Wunden nicht rumstechen, aber irgendwie ist es mir herausgerutscht. Als wir unseren ersten Tanzkurs machten, in der neunten Klasse, da musste Julie vier Jungen fragen, da die ersten beiden blöd waren und absagten. Das machte sie total traurig. Es ist immer noch ein empfindliches Thema.
>>Ok, also. Hier sind eure Gläser. Jetzt lasst uns endlich anstoßen<< Boglárka versucht mal wieder Ruhe in die Runde zu bringen und die Vergangenheit unter den Tisch zu schieben.
>>Na dann. Auf die fünf Elemente und natürlich die nette, hübsche, tollste Freundin ever! Auf dass wir lange befreundet sind<< Roxi erhebt ihr Glas.
>>Auf die Fünf katzischen Elemente!<< rufe ich dazu.
>>Auf die fünf elementarischen Katziis!<< wird mir geantwortet. Schallendes Gelächter.
>>Auf uns und B!<< sagen wir einstimmig im Chor, stoßen an und trinken.

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