Montag, 9. Dezember 2013

09.12.


Hallo liebe Leser,
hier gibt es den zweiten Teil meiner kurzen Story.

Langsam und unsicher gehe ich alleine die Flure meiner neuen Schule entlang. Man hat mir erkärt, in welche Klasse ich ab jetzt gehe. Dorthin bin ich auf dem Weg.Leider ohne Erfolg versuche ich mich zurecht zu finden. Die Schüler sind schon alle brav in ihrem Unterricht. Vor meinem inneren Auge spielt sich eine mir bekannte Szene ab:
Eine Traube Schüler stürmt aus den Bussen rein in die Schule. Manche reden, manche hören Musik, andere sind noch im Halbschlaf. Die meisten kenne ich, vom Sehen oder von früher. Unsere Schule ist nicht groß, sondern übersichtlich.


Ein Scheppern reißt mich aus meinen Gedanken.
Es ist ein Mann, der eine Leiter wegräumt, wahrscheinlich der Hausmeister. DAS ist die Realität. DAS ist ab jetzt meine Schule. Während die anderen ihr Leben weiter leben, versuche ich mir ein neues aufzubauen.

Plötzlich kommt jemand um die Ecke gerannt. Er sieht mich nicht. Ich kann nicht schnell genug reagieren und schon liege ich auf dem Boden. Eine Hand hilft mir hoch. Mein Blick wandert aufwärts und bleiben bei seinen Augen hängen. Ich kann nicht anders als in diese hellbraunen Augen zu schauen. Erstarrt stehe ich da, unfähig ein Wort zu sagen. Mein Herz schlägt schneller. Eine Stimme in meinem Kopf sagt, dass er es ist. Er kann nicht ohne mich leben. Er wollte mich nicht gehen lassen. Er hat mich gefunden. Endlich können wir zusammen glücklich sein. Meine Hand will sein Gesicht streicheln. Doch während ich sie anhebe, kommt mir seine Hand entgegen. Alles was ich bekomme ist ein kalter Händedruck.
Dann sagt er „Hey. Äh. Tschuldigung. Ich habe es so eilig gehabt, da habe ich dich nicht wahrgenommen.“

Verwirrt kann ich nichts antworten. Wieso verhält er sich so fremd?

„Äh..ja...gut. Hast du dir wehgetan? Ich hoffe nicht. Tut mir echt Leid.Sag mal, bist du neu hier? Ich kenne dich gar nicht...Oh ach ja, ich bin Kai<<

Etwas in meinem Herz zerbricht. Der eben noch so hell erleuchtete Flur ist plötzlich grau. Die Sonne ist hinter Wolken verschwunden. Meine Freude ihn wieder zu haben, ist verloschen. Erwartungsvoll schaut mich dieser fremde Junge an. 
„Hm?“, bekomme ich zustande.

„Bist du neu hier?“

„Äh, ja. Ich bin erst hergezogen. Mit meiner Familie. Heute ist mein erster Schultag. Also, hier an der Schule. Ich soll in die 10.Klasse“

Er lächelt.

„Ach ja?! Ich bin auch in der 10. Und wie heißt du?“

„Lara“ Lara Kaiser. DAS bin ich. Jetzt. DAS ist mein Name, ab heute.

„Lara“ seine Stimme klang so warm. Diesen verhassten Namen hat er so schön klingen lassen. Das erste Mal schöpfte ich Hoffnung. Ich hoffe, ich werde es schaffen.

„Gut, dann geh ich jetzt lieber. Nun bin ich doch zu spät. Egal, du findest den Weg?“, mit einem Nicken antworte ich ihm.

„Dann bis nächstens, ich hoffe wir werden uns wiedersehen!“ Er wusste gar nicht, wie bald wir uns wieder sehen würden. 
Schon ist er um die nächste Ecke verschwunden. Ich gehe mich anmelden und mache mich dann selbst auf den Weg.


DAS ist ab heute meine neue Klasse, denke ich, als ich vor der Tür angekommen bin. Schüchtern klopfe ich an. Ich trete in den Raum und blicke in fremde Gesichter. 24 Mädchen und Jungen, die 5 Jahre zusammen verbracht haben. Die sich alle kennen. Und dann komme ich und werde ein Teil ihres Lebens.
Anne Vogel gibt es nicht mehr. Sie ist dort geblieben, was ich früher mein Heim nannte. Mit all meiner Kindheit, meinen Freunden, meiner Schule- mit meinem Leben. Doch das alles zählt nicht mehr. Denn es ist Vergangenheit. Und sie gehört nur mir.

Niemand aus der Vergangenheit wird von meinem Neuen Leben erfahren. 
Sowie niemand aus meiner Zukunft etwas über die Vergangenheit erfährt.

Anne ist gestorben.

Lara neu geboren.

Und ich werde irgendwie lernen, damit zurecht zu kommen.


Es ging um dieses Buch. Alleine die Inhaltsangabe hat mich inspiriert, meine Story hat rein gar nichts damit zu tun!
Ich fande einfach, dass das Buch sich echt spannend anhört. Vielleicht werde ich es bald selbst mal lesen. Denn ich bin neugierig, wie die Autorin das dargestellt hat.

Wie fandet ihr meine Vorstellung von Neuanfang? Könntet ihr euch jemals so etwas vorstellen?
Liebe Grüße eure Thekla :)

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