Freitag, 14. März 2014

the beginning of something new - 3




Wir redeten den restlichen Abend über alles Mögliche. Ich fühlte mich wie früher. Es gab nur dich und mich im großen geheimnisvollen Haus. Als hätten wir uns mal wieder in dem kleinen Räumchen unter der Treppe versteckt. Wir lachten ausgelassen. Die erste Anspannung fiel sofort ab, als du anfingst mich zu fragen wie alles läuft. Auch wenn wir nichts wichtiges, nur oberflächliches Zeug redeten, genoss ich jede Minute mit dir. Endlich war die Langeweile vergangen und die Zeit verging viel zu schnell. Ich hätte noch ewig so weiterreden können.


Wie auf Wolken kam ich nach Hause. Leider verflog dieses leichte Gefühl schnell wieder. Einen Tag danach, in der Schule, erwischte ich mich dabei, wie ich vor mich her grinste. Dich zu sehen, war, einen Teil von mir wiederzufinden. Meine zwei besten Freundinnen zogen mich den ganzen Tag damit auf. Sie wollten den Grund wissen, wieso ich so glücklich war. Doch ich wollte dich noch für einen weiteren kleinen Moment nur für mich behalten. Nach ein paar Tagen war alles wieder beim Alten und sie vergaßen mich weiter auszufragen. Irgendwie fand ich in die Gegenwart zurück. Mit jedem Tag der verging, kam mir unsere Begegnung immer unwirklicher vor.Trotzdem blieb dieses Gefühl der Sehnsucht, dich wiedersehen zu wollen. Von dem Moment an, als ich dich verließ, wusste ich, dass ich dich unbedingt wiedersehen muss. Ich will wieder in dein Leben kehren, ich will mit dir reden, lachen. Ich will wieder Geheimnisse austauschen. Ich will bei dir sein. Nunja, dieses Gefühl ließ immer mehr nach. Irgendwann redete ich mir ein, es sei alles nur ein Traum gewesen, Es ging soweit, dass ich es sogar selbst glaubte. In dem Kalender stand zwar, dass wir dort auf dem Geburtstag waren. Aber vielleicht habe ich mir den Rest nur ausgedacht. Mein Stolz verbot es mir, meine Eltern oder meine Schwester danach zu fragen.
Unsere Begegnung ist jetzt schon fünf Wochen her. Heute an einem Samstag verabredete ich mich mit meinen Freundinnen. Zu dritt machen wir uns auf den Weg zur Eishalle in unserer Stadt. Es ist noch kalt im Februar und wir gehen gerne dort hin. In der Eishalle angekommen, ziehen wir uns alle die Schlittschuhe an und gehen unsicher aufs Eis. Anfangs halten wir uns noch an der Hand, um nicht umzufallen. Nach und nach werde ich mutiger und laufe alleine los. Meine Schuhe tragen mich Runde um Runde. Die Musik aus den Lautsprechern motiviert mich zum Weiterfahren. Im Kopf trällere ich die Lieder mit. Auf die anderen achte ich schon gar nicht mehr. Ab und an sehen wir uns, schauen uns an und lachen. Ich fühle mich leicht, als ich über das Eis gleite. Ich bin nicht besonders gut im Schlittschuhlaufen. Ich kann gut fahren, das reicht mir. Außerdem freue ich mich jedesmal wieder hierher zu kommen, weil wir so selten Eislaufen gehen. So fahre ich weiter. Werde schneller. Werde waghalsiger. Versuche um Leute herumzufahren. Bis es eben passieren muss. Eine Gruppe von fünf Jungs fährt vor mir her. Ich schätze sie so auf mein Alter. Sie sind alle groß und muskulös. Jeder Einzelne von denen geht bestimmt oft ins Fitnessstudio. Sie machen Scherze und schubsen den äußersten Junge genau in dem Moment, als ich an ihnen vorbei fahren will. Bevor ich richtig verstehe was passiert, liege ich schon auf dem Boden. Neben mir liegt besagter Junge. Die anderen aus der Gruppe stehen um uns herum und krümmen sich vor lachen. Na toll, das ist ja sowas von peinlich. Ich will nur noch hier weg, denke ich.
"Pass doch auf" werde ich auf einmal von der Seite her angepflaumt. Äh wie bitte? Ich soll aufpassen? Ist ja nicht so, dass er geschubst wurde und mich mitgerissen hat. Ich drehe mich um, eine pampige Antwort auf Lager, als der Satz in meinem Mund stecken bleibt. Ich sehe genau in zwei goldene Augen. Ich blicke dir tief in die Augen. Alles um mich herum wird unscharf. Eine wohlige Wärme erfüllt mich,weil du es wirklich bist. Unser letztes Aufeinandertreffen hebt sich aus den Tiefen meines Gedächtnis wieder hervor. Ich weiß, dass das alles wahr ist. Ich habe es nicht nur geträumt. Wie kann das sein, frage ich mich. Unmöglich. Was für ein Zufall, dass ich dich hier treffe. Nach fünf ungewissen Wochen. Ich schaue dich an und sehne mich nach deinem herzlichen Lächeln. Doch deine Augen sind kalt. Kurz flackert etwas auf, dessen Bedeutung ich nicht erkennen kann. Du schaust mir tief in die Augen und schüttelst ganz leicht deinen Kopf. Scheinbar hast du mich erkannt. Aber wieso sprichst du nicht? Wieso lässt du nicht deine tiefe Stimme erklingen und klärst deine Freunde auf. Die bekommen wegen ihrem Gelächter nichts mit. Du stehst auf, drehst dich zu ihnen und sagst: " Los. Lasst uns eine Pause machen. Hier sind mir zu viele Leute, die nichts können." Und dann geht ihr alle vom Eis. Du würdigst mich keines Blickes mehr. Ich sitze immer noch auf dem kalten Boden. Alleine. Meine Hose ist durchnässt und mein Po tut furchtbar weh. Meine Freundinnen entdecken mich endlich und eilen zu mir. 




Kommentare:

  1. ahhh neuer teil der story :) hatte schon angst es kommt nichts mehr
    du schreibst echt nieder was mädchen träumen
    hast du mal überlegt ein buch zu schreiben?

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    1. Danke :)
      Ja, ich habe mich drangesetzt. Ich brauche dafür entweder Zeit oder eine kreative Phase :D
      Klar, hab ich sowas schonmal überlegt. Derzeit habe ich es aber nicht vor.

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  2. War klar, dass ich nicht die einzige bin die von deiner Schreibkunst überwältigt wurde, also ran an die Arbeit ! Wir warten auf ein Buch von dir :D

    LG MissMarina (my-dress-codes)

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