Samstag, 15. März 2014

the beginning of something new - 4


Ich sitze immer noch auf dem kalten Boden. Alleine. Meine Hose ist durchnässt und mein Po tut furchtbar weh. Meine Freundinnen entdecken mich endlich und eilen zu mir.
Arsch. 
„Was? Was hast du gerade gesagt? Hast du dir sehr wehgetan?", bekundigt sich meine Freundin Sabrina. Ich musste mein Gedanke wohl laut ausgesprochen haben.
„Ach ich sagte nur au. Mein Hintern hat wohl was abgekriegt." 
Damit mussten beide lachen. Ich nicht. Mir war nicht zum Lachen zumute. Was habe ich verpasst? Was war das eben? Wieso hast du mich so abweisend angesehen? Wieso fühlt es sich an wie ein harter Schlag ins Gesicht? Mein Kopf ist voller Fragen. Meine Stimmung kann sich nicht mehr heben. Sie ist mit mir auf den Boden gefallen. Der Tag ist für mich gelaufen. Ich schaue auf die Uhr und stelle fest, dass wir schon drei Stunden hier waren. Es ist fünf Uhr nachmittags. Ich will nicht mehr. Ich schiebe es auf meinen Sturz. Dabei bin ich verwirrt und enttäuscht. Wie kann ich dich erst zweimal gesehen haben und du schaffst es schon solche Gefühle bei mir auszulösen. Einmal total fröhlich und diesmal erniedrigt. Ich sage meinen Mädels, dass mir doch etwas wehtut und ich lieber heim will. Sie verstehen es. Als ich ihnen dann noch versichere, dass ich alleine heimgehe und sie sich nicht den Spaß wegen mir verderben lassen sollen und ich sie überzeugen kann da zu bleiben, mache ich mich auf den Weg die Treppen nach oben. Am Ausgang sehe ich die Jungsgruppe von eben stehen. Auf ein weiteres Zusammentreffen kann ich verzichten. Da sie allerdings direkt im Weg stehen, ist es unausweichlich. Ich nehme all meinen Stolz zusammen und will vorbei gehen. Leider geht das nicht so einfach, weil sich jemand vor mich stellt. 
"Sieh mal an wen wir da haben. Das ist doch die kleine, die auf ihren süßen knackigen Hintern gefallen ist. Hast du dir wehgetan?" der vorderste Junge aus der Gruppe spricht mich an. Die anderen stehen im Hintergrund. Also gehe ich davon aus, dass er das Sagen hat. Natürlich, man sieht es ihm sofort an, mit seiner aufrechten arroganten Haltung. Für wen hält er sich? Er denkt, er kann sich alles erlauben. Schätzungsweise macht er was er will und kennt dabei keine Grenzen. Sofort ist er mir unsympathisch. Er kommt langsam näher und steht jetzt direkt vor mir. Ich spüre seinen Atem auf meinem Gesicht. Seine Augen starren mich finster an. Aus dem Hintergrund erklingt eine fremde männliche Stimme: „Gregor, komm, wir gehen wieder rein.“ Dieser Junge scheint noch der mutigste aus der Gruppe. Er will sich bestimmt aus der Situation retten. Somit gehe ich davon aus, dass der Anführer sehr kontaktfreudig ist. Wahrscheinlich spricht er gerne fremde Leute an.Plötzlich merke ich, wie sich eine Hand auf meinen Po legt. „Du bist doch hingefallen oder? Tut es sehr weh? Ich sollte mich noch entschuldigen. Wir waren sehr unaufmerksam. Wir hatten einfach Spaß und dann ist Henry hingefallen. Henry, vielleicht solltest du dich entschuldigen?“ Gregor lässt mich nicht aus den Augen, obwohl er mit dir redet. Mein Blick gleitet schnell zu dir und ich sehe, wie dein Blick gesenkt ist. Du stehst schweigend da und beobachtest alles. Als ich einen Klaps auf meinem Po spüre, spannt sich alles in mir an. Ich bin geschockt. Wie komme ich aus dieser unangenehmen Situation nur heraus? Weit und breit ist keine Hilfe in Sicht. Plötzlich reißt mein Geduldsfaden und ich zische: „Lass deine Finger von mir“, dann schlage ich ihm noch mitten ins Gesicht. Das Klatsch-Geräusch ist kaum zu überhören. Gregor ist überrascht und hält sich eine Hand an die Wange. Von den anderen ist nur ein „Oh“ zu hören.
Im Hintergrund raunt jemand: „Das hätte sie lieber nicht tun sollen.“ 
Es ist mir egal. Meine Chance erkenne ich und laufe los. Doch ich bin zu langsam. Mit ein paar Schritten holt er mich ein und umklammert mein Handgelenk.
„So nicht mein Fräulein. Niemand schlägt mich und kommt unbestraft davon.“, seine Stimme trieft vor Wut. Ich schaue ihn an und sehe bitteren Zorn. Ich habe seinen Stolz verletzt und ich werde dafür büßen. Niemand wird mir helfen. Langsam schleicht sich die Angst in meine Knochen. Ich bin mir nicht sicher, zu was er alles fähig ist. Dabei will ich doch einfach nur heim. Mein Blick fällt wieder auf dich. Wie kannst du dastehen und einfach nur zuschauen? Ich blicke dich an und versuche deinem Blick standzuhalten. Die Zeit scheint langsamer zu vergehen. Dein kalter Blick ruht auf mir. Ich bin wie gelähmt, kann mich nicht mehr bewegen. Selbst als sich aus dem Augenwinkel eine Hand nähert, stehe ich nur da und lasse es über mich ergehen. Der Klatsch auf meiner Wange ist laut. Die Stelle, an der Gregor mich getroffen hat, brennt maßlos. Meine Hand schnellt hoch zu dem Schmerz. Tränen steigen mir in die Augen. Es ist so ein scharfer Schmerz. Es tut noch mehr weh, als ich den hämischen Blick von Gregor sehe. Ich habe bekommen, was ich verdiene. Die Blicke der anderen sind mitleidig. Sie wollten nicht, dass soetwas passiert aber niemand kann den Anführer von etwas abhalten. Diesmal renne ich los und werde nicht aufgehalten. Ich renne aus der Halle über den Parkplatz zur Straßenbahnhaltestelle. Dort steige ich in die nächste Bahn ein und ergattere mir einen Fensterplatz ganz hinten. Ich will mich nur noch verkriechen und meinen Tränen freien Lauf lassen. Was für ein schrecklicher Tag das nur war. Ein Blick ins Fenster und ich sehe die rote Stelle an meiner Wange. Er hat keine Gnade gezeigt. Leise rinnt eine Träne mein Gesicht hinunter. Doch noch kann ich mich zusammenreißen. Was war nur geschehen? Wie konnte mir das passieren?


Zuhause angekommen schließe ich die Tür auf und merke,dass ich alleine bin. Meine Eltern und meine Schwester sind nicht da. Ich schließe die Tür und merke, wie meine Beine weich werden. Sie geben unter mir nach und ich rutsche die Tür hinunter. Den Kopf auf meine Knie gesenkt, fließen die Tränen. Die ganze Anspannung fällt von mir ab. Irgendwann höre ich auf zu weinen, weil kein Wasser mehr da ist, dass rausgespült werden kann. Ich bin total erschöpft, gehe in mein Zimmer und lege mich früh schlafen. Der Tag soll so schnell wie möglich vergehen.






Kommentare:

  1. Hallo :) Ich habe deinen Blog bei Blog-Zug gefunden und wollte dir nun Bescheid geben, dass bei mir eine Blogvorstellung läuft. Vielleicht willst du ja mitmachen? :) Anschauen kannst du sie dir jedenfalls hier:
    https://innocentwoorld.blogspot.com/2014/03/i-want-to-see-your-blogs.html
    Ich würde mich freuen :)
    Liebe Grüße, Michie ♥

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    1. Danke, schaue ich gerne mal vorbei :)

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  2. sehr spannend! wann kommt der nächste teil ????

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    1. Tut mir Leid, dass es länger dauert, aber ich brauche einfach Zeit und eine kreative Phase, dann kommt auch der nächste Teil :)

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  3. Schöner Blog :)
    Würde mich freuen, wenn du auf auch bei mir vorbeischaust.
    Momentan veranstalte ich ein Gewinnspiel, sowie eine Blogvorstellung,
    vielleicht hast du ja Lust mitzumachen ♥
    Liebe Grüße
    http://lebensliebenswertes.blogspot.de/

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    1. Danke :)
      Klar, bei dir schaue ich auch gerne mal vorbei.

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