Mittwoch, 4. Juni 2014

the beginning of something new - 10


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Jetzt war ich an der Reihe etwas zu sagen. Auch wenn du sehr lange geredet hast, hoffe ich inständig, dass du noch nicht fertig bist. Du sollst weiterreden. Es ist mir sogar egal, was du sagst. Hauptsache ich muss meine eingerostete Stimme nicht benutzen. Doch du schaust mich nur an und wartest auf meine Reaktion. Ich schließe kurz meine Augen, konzentriere mich auf meinen Atem und öffne meine Augen wieder. Gleichzeitig öffne ich meinen Mund und heraus kommt ein leises gekrächztes „Ja“
„Was ja?“ fragst du verwirrt. Ich räuspere mich und versuche es nochmal.
„Ja. Ich verzeihe dir. Und ja ich gebe dir eine zweite Chance. Ich weiß nicht, ob wir wieder befreundet sein können. Aber wir können es ausprobieren.“
Schon breitet sich wieder dieses Grinsen auf deinem Gesicht aus. Überschwänglich beugst du dich zu mir und umarmst mich. Ich genieße deine Berührung und deinen Duft. Ich bin froh. Froh, dass wir uns ausgesprochen haben und ich mich nicht länger davor drücken muss.
Ein Schweigen tritt auf, in dem wir beide unseren eigenen Gedanken nachhängen.

„Was machen wir jetzt? Wie lange bleibst du denn?“, frage ich in die Stille herein.
„Um sechs Uhr wollte meine Mutter kommen und Viola und mich abholen. Das heißt, wir haben noch circa zwei Stunden zur Verfügung.“
„Okay. Und was sollen wir in dieser Zeit machen? Hast du eine Idee?“
„Lass mich überlegen. In der Nähe gibt es doch bestimmt einen Park. Lass uns dort hingehen, heute scheint wenigstens die Sonne.“
„Gute Idee, wir müssen von hier nur zwanzig Minuten laufen.“
Während dem Laufen entsteht eine unangenehme Stille, weil niemand weiß, was er genau sagen soll. Als du dann aber anfängst zu reden, kannst du gar nicht mehr aufhören. Ich merke, wie eine Anspannung von dir abfällt und du viel gelassener durch die Straßen gehst.
„Esther, du weißt gar nicht, wie froh ich gerade bin, das geklärt zu haben. Das Problem hat mich tagelang beschäftigt.“
„Tut mir Leid.“
„Was tut dir Leid?“
„Na, dass ich dir nicht geantwortet habe.“
„Ach quatsch, ist schon in Ordnung. Ich kann dich ja verstehen. Ich glaube, ich hätte an deiner Stelle auch nicht geantwortet. Ich wusste nur nicht, wie ich dich ereichen soll. Die Idee, dich zu überraschen, kam mir auch eher spontan. Gut, vielleicht hatte ich sie schon länger. Aber ich habe mich nunmal nicht getraut. So, jetzt kennst du die Wahrheit.“
Ich bin erstaunt, wie leicht jedes dieser Worte dir von den Lippen gleitet. Das lässt mich an früher erinnern. Wir waren fünf, als wir zusammen mit unseren Müttern in den Zoo gingen. Auf der kurzen Fahrt dorthin hast du die ganze Zeit geredet und zwar ziemlich schnell. Du warst so aufgeregt. Schließlich gingen wir zum ersten Mal in den Zoo. Es erwartete uns etwas Neues. Und wir erlebten diesen Augenblick zusammen. Am Eingang vom Zoo nahmst du meine Hand in deine und bist losgerannt. Du hast dich ins Abenteuer gestürzt ohne irgendwelche Sorgen.
Diesen kleinen Jungen erkenne ich in diesem Moment in dir wieder. Es gibt also noch das Kind in uns, es muss nur manchmal wieder geweckt werden. Du siehst so sorglos aus, dass es mir ein Lächeln entlockt. Diesen Jungen mag ich, dieser Junge ist mein Freund. Und hoffentlich, wird dieser Junge wieder mein Freund werden. Denn erst jetzt wird mir klar, dass ich genau ihn vermisst habe. Ich wusste nicht, dass mir etwas fehlt, bis jetzt. Deshalb bin ich froh, dass wir zusammen, nebeneinander in den Park laufen und ein lockeres Gespräch führen können.

Kommentare:

  1. Hey :)
    Einen sehr schönen Blog hast du! Gefällt mir total gut, werde jetzt bestimmt öfter vorbeischauen!

    Allerliebste Grüße,
    Hailey

    Hailey London

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  2. Da klingt es ja so, als ob es sich dann doch zum Guten entwickelt hat.
    Ich glaube auch, dass die meisten Menschen eine zweite Chance verdient haben. Es kommt dann nur darauf an, was diese Person dann daraus macht?!

    Ganz liebe Grüße
    L.H.P.

    http://loveheartpeaches.blogspot.de

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